Bergtour
Bergtour_2
“Hinauf bis zur Himmelspforte und wieder zurück”
Zusammen mit Benjamin marschierte ich auf den Gipfel des 1780m. hoch gelegenen Gipfel des Schafberges
Nach eher wechselhaften Witterungsverhältnissen der vergangenen Tage machte ich mich zusammen mit meinem Bruder Benjamin am Mittwoch, den 1. September 2004 im oberösterreichischen Salzkammergut kurzentschlossen auf eine ausgedehnte Bergwandertour.
Zielpunkt dieser Wanderung war der 1783 Meter hoch gelegene Gipfel des Schafberges, etwa 40 km östl. von Salzburg zwischen Atter- und Wolfgangsee gelegen. Kurzentschlossen darum, weil aus der Vorhersage des Wetterdienstes für die kommenden Tage schönes spätsommerliches und vor allem trockenes Wetter zu erwarten war, und so traf es dann auch wie erhofft ein.  Gesagt > getan und so hieß dann am Mittwochmorgen erst erst einmal früh Aufstehen, um möglichst zeitig an unserem geplanten Ausgangspunkt, nämlich in der am  s/w Ufer des Attersees gelegenen Gemeinde Unterrach los zu maschieren.
Nach dem etwa 200 km langen Anreiseweg  und kurzer Rast hatten wir Beide um 12:20 Uhr unsere Bergschuhe geschnürt, die Rucksäcke umgeschnallt und so konnte es auch schließlich mit unserer Wanderung los gehen. Die Gemeinde Unterrach, in dessen Nähe wir los marschierten liegt auf einer Höhe von etwa 400 m. und so galt es dann schließlich während unserer Tour bis zum Gipfel ca. 1350 Höhenmeter zurück zu legen.  Bereits einige Wochen zuvor wanderten wir zusammen mit unserer Familie ebenfalls diese Route, kehrten damals jedoch nach zweistündigem Aufstieg bei der ersten Hälfte dieser Wegstrecke in der bewirtschafteten Buchberghütte auf der “Eisenau - Alm” ( 1015 m. hoch gelegen ) zur Rast ein und gingen dann wieder zurück. Auf dieser Alm bietet sich ein imposanter Anblick von den riesigen Felsformationen des Schafberges, dessen nachhaltiger Eindruck auch letztendlich ausschlaggebend dafür war, dass ich und mein Bruder nun die gleiche Strecke zur Eisenau - Alm und weiter bis zum Gipfel des Schafberges in Angriff nehmen wollten. Anhand von Informationen im Internet und nach einem kurzen Telefonat mit dem Personal des Berghotels auf der Spitze des Schafberges, war dann auch gesichert, dass wir Beide dort oben übernachten konnten, falls sich der Aufstieg zum Gipfel länger als erwartet dahin ziehen sollte. Beim Aufstieg zur Eisenau Alm konnten wir Beide dieses Mal etwas Zeit gut machen, denn der Pfad ist indiesem Abschnitt gut ausgebaut, so dass wir bereits schon nach 1,5 Stunden bei unserem ersten Etappenziel “gut aufgewärmt” an kamen.
Schon beim betrachten der weiteren Wegstrecke bis rauf zum Gipfel wird einem jedoch unmissverständlich klar, dass beim letzten Drittel der zweiten Hälfte ab einer Höhe von etwa 1300 Meter der Waldwanderweg ins hochalpine Gelände wechselt, und daher dieser Abschnitt die Geschwindigkeit unseres Aufstieges um einiges drosseln würde. Die halbe Stunde, die wir Beide innerhalb der ersten Hälfte bis zur Eisenau - Alm schneller als geplant unterwegs waren, wurde dann auch wieder zu nichte, als wir infolge einer zeideutigen Beschilderung des Wanderweges einen kleinen Umweg machten.
Den in Serbentienen angelegten Waldwanderweg meisterten wir dann auch weiterhin relativ zügig, bis eben zu dem Abschnitt, an dem diese Tour in ein sehr steil abfallendes und karges Gelände wechselt. Teilweise sind in diesem letzten Abschnitt nur schmale Stufen in den  Fels geschlagen, wobei man sich dort nur an einem  Stahlseil festhalten kann. Mittlerweile bietet sich hier oben schon eine grandiose Aussicht auf den Atter- bzw. Mondsee und die umliegende Alpenlandschaft. Es ist bereits schon 16 Uhr am späten Nachmittag, wir spüren die zurück gelegte Strecke mittlerweile ganz schön in den Oberschenkeln, eine gute Stunde bis zu Gipfel liegt noch vor uns und so wird uns Beiden auch zunehmend bewusst, dass wir keineswegs mehr vor Anbruch der Dunkelheit den Rückweg schaffen würden. Je mehr wir an Höhenmeter gewinnen, umso besser läßt sich auch schon unser Ziel, das Berghotel am Gipfel des Schafberges erkennen, was jedoch infolge des steilen Anstieges noch eine Weile dauern wir, bis wir dies erreichen werden.
Gegen 17:30 Uhr erreichten wir dann letztendlich nach insgesammt 5 stündiger Gehzeit die sogenannte “Himmelspforte”. Dies ist eine Felsenspalte, die uns am Ende des letzten Anstieges ( Bild links ) dem Zugang zum Gipfelkreuz  öffnete. Heilfroh nun endlich am höchsten Punkt dieses Berges angekommen zu sein, genossen wir in aller Ruhe erst Mal den weiten Ausblick hier oben und beendeten den heutigen Tag mit einem gemütlichen Abendessen im Berghotel, so dass wir dann am frühen morgigen Freitag den Abstieg ausgeruht wieder in Angriff nehmen konnten. 
Für den Abstieg wählten wir dann aber am Donnerstagmorgen eine andere Route, die zwar etwas weitläufiger um den ganzen  Berg führt, jedoch nicht mit so steilen und felsigen Passagen belegt ist, wie der Pfad während unseres Aufstieges.
So machten wir uns am Donnerstag nach dem Frühstück über die entgegengesetzte Seite des Berges auf dem Weg zurück zum Auto. Im Vergleich zum gestrigen Auftieg wartete aber auch dieser Weg stellenweise mit unverhofften Tücken auf.  Nicht nur dass wir hierbei eine weite Schleife um den ganzen Berg gehen mußten, an einer Stelle, dem sogenannten Purtschellersteig nach etwa 1 Stunde Gehzeit, wurde sogar mir ganz unwohl, als ich von weiten schon sah wie steil abfallend diese in den Fels geschlagenen schmalen Stufen unseren weiteren Wegverlauf markierten. An dem Zeitpunkt, als ich das linke Bild machte war aber schon klar, dass dieser Steig von der Weite aus gesehen furchterregender erscheint, als er in Wirklichkeit ist. Den diese in den Fels geschlagenen Stufen sind “bei Trockenheit” ganz gut begehbar und außerdem kann man sich ja auch an dem befestigten Stahlseil an der rechten Seite gut fest halten.
Die überwiegende Strecke unseres Abstieges war war dann trotz der großen Schleife gut begehbar und so machten wir in der Buchberghütte
auf der Eisenau-Alm nach der ersten Hälfte unseres Rückweges wieder kurz Rast, und kamen nach einem siebenstündigen Rückweg am späten Nachmittag wieder beim in Unterrach geparkten Auto an.
Abschließend gilt noch zu erwähnen, dass sich der mühselige Aufstieg auf den Schafberg mit all seinen Tücken auf alle Fälle gelohnt hat. Neben dem Gipfelkreuz stehend den rund um weiten Ausblick geniesen zu dürfen mit dem stolzen Hintergedanken, es von ganz unten bis hier her geschaft zu haben. Das Wetter hatte dazu auch super gepasst, die Wege waren durch die sommerlichen Witterungsverhältnisse überwiegend trocken und daher auch gut begehbar.